Walter
Remote-Lernmentor
Unter den Dozenten bei Ultralex Vortheon ist Walter einer, der das Porträtzeichnen auf seine ganz eigene Weise angeht. Während viele sofort mit Anatomie und Proportionen kommen,
startet Walter gern mit einer simplen Frage: „Wen würdet ihr am liebsten zeichnen, wenn niemand zuschaut?“ Dann bringt er echte Situationen aus seinem Alltag ein – mal erzählt er von
einer Künstlerin, die im Café plötzlich ihr Porträt von einem Fremden verkaufen musste. Es geht ihm nicht um trockene Theorie, sondern um das, was draußen tatsächlich passiert.
Manchmal rutscht ein sarkastischer Kommentar raus, etwa wenn er seine eigenen frühen Katastrophen-Skizzen zeigt. Das lockert die Stimmung, klar, aber vor allem entwaffnet es die Angst
vorm Fehler. Seine Sichtweise ist geprägt durch Jahre im Feld: Walter hat nicht nur gelehrt, sondern auch selbst Aufträge angenommen, oft unter Zeitdruck, manchmal mit unmöglichen
Kundenwünschen. Das merkt man—er weiß, wo die Stolpersteine liegen, die in keinem Lehrbuch stehen. Die Fragen, die er stellt, lassen die Studierenden selten sofort los; sie nagen noch
Tage später am Rand des Skizzenblocks weiter. Übrigens, er schwört immer noch auf einen alten abgewetzten Bleistift, den er „sein Glücksbringer“ nennt – vielleicht Aberglaube,
vielleicht auch einfach Gewohnheit. Der Unterrichtsraum? Nicht steril, sondern eher ein Sammelsurium aus Staffeleien, alten Zeitschriften und gelegentlich halbvollen Kaffeebechern –
ehrlich gesagt, ein bisschen chaotisch. Walters Netzwerk ist klein, aber lebendig; er tauscht sich regelmäßig mit anderen Praktikern aus, oft bei einem schnellen Espresso nach
Feierabend. Trends und Techniken, die gerade an Bedeutung gewinnen, landen meist schneller im Unterricht, als man „Skizzenbuch“ sagen kann. Und ja, manchmal bleibt zwischen den
Lektionen ein Lied aus den 90ern im Hintergrund hängen, weil Walter vergessen hat, die Playlist zu stoppen – irgendwie passt das zu seiner Art, Dinge einfach laufen zu lassen.